Als Antwort auf : Welche Audiokarte, welches Aufnahmeverfahren????? geschrieben von Finn on Oktober 23, 2000 at 13:26:50:
: Hallo,
: ich habe da mal eine Frage an jemanden, der sich mit der Aufnahme von Instrumenten per Micro beschäftigt.
: Seit einiger Zeit räzele ich, welches Equipment ich mir für mein Homestudio zulegen soll, da ich einerseits sehr viel alleine (Schlagzeugsamples, Midi) arbeiten werde, andererseits ist es mir jedoch auch sehr wichtig, eine komplette Band vernünftig abzunehmen.
: Da professionelle Audiokarten mit 8 Eingängen über meine 1500DM Grenze hinausschießen,
: habe ich mich für die Gina24 (Eventelectronic) entschieden, die jedoch nur 2 Eingänge besitzt.
: Nun meine Frage: Ist es für eine gute Abnahme eines Schlagzeuges unerläßlich, auf die Mehrspurtechnik zurückzugreifen (mit nachträglicher Bearbeitung),
: oder ist es möglich auch live einen fetten Sound (via Mackie) zu bekommen?
: Da ich nicht genau weiß, mit welchen Methoden ein Schlagzeug im Studio auf Vordermann gebracht wird (mit Ausnahme von EQ, Hall/Raum, Comp.), kann ich noch nicht genau einschätzen, wie die klanglichen Unterschiede der beiden Aufnahmeverfahren sind.
: Die Plug-Ins, die einem in Logic Platinum zur Verfügung stehen, können ja bei einer „live“ Aufnahme nicht verwendet werden, und diese Effekte via 19“ zu besitzen, kostet mich wahrscheinlich mehr, als die 700DM Aufpreis für eine Audiokarte mit 8 Eingängen.
: Ich bin sehr verzweifelt, da es ja um eine Menge Geld geht, das richtig angelegt werden will, ich wäre also sehr dankbar für einige Tips.
: Danke im Voraus,
: Finn
Hallo,
du die Schlagzeuge nimmt man heutzutage nicht mehr mit Mikros ab.
Das geht zwar, aber nur die wenigsten Toningenieure schaffen das, und dann nur mit einem Superkit (z.B. Tama) und extrem teuren Grenzflächenmikrofonen, da kostet ja eins schon was weiss ich, so ca. 300.- DM mindestens, was dann pro Trommel im normalen Set auf ca. 2100.- DM kommen würde. Das geht einfach finanziell nicht. Ich bin selber Drummer und habe mein akustisches Schlagzeug aufgegeben, da es einfach nicht abzunehmen war. schlagzeuge nimmt man heute elektronisch ab, d.h. ein komplettes E-Drum-Kit und dann noch nen prächtigen Sounderzeuger, z.B. Alesis DMPro wenn ich nicht irre. Ich arbeite selber mit dem D4, den ich mir gebracuht gekauft habe und bin voll zufireden damit.
Also mit akustischen Drums geht nix. Die kannst du so nicht auf Vodermann bringen. Da bracuht man ein gutes Set, gute Mikros, einen komplett Schalldichten Raum und was auch sehr wichtig ist, ein sehr gutes Mischpult.
Mit E-Drums geht´s leichter. einfach im Soundmodul alles einstellen und dann mit einem Kabel raus und schon ist das Schlagzeug perfekt und rauschfrei abgenommen. Per MIDI geht´s leichter, wenn mal beim einspielen ein Fehler passiert. Einfach normal weiterspielen und dann die Fehler im Programm korrigieren. Darauf braucht man nur noch die MIDI-daten senden und das Schlagzeug ist komplett und perfekt drin.
noch dazu kann man sogar Sound einstellen und stimmen, dass sie sich wie ein akustisches Drumset anhören. Zusätzlich kann man dann noch im Modul einstellen, wie sich das Set anhören soll. Vom kleinen Zimmer über die grosse Halle bis zum Live auftritt ist alles drin.
Also wie du siehst geht´s mit akustischen Sets nicht so einfach wie man denkt, das sit extrem schwierig. Is zwar zu schaffen, aber dann darf nicht mal ne Fliege auf dem Mikro landen, dann ist alles futsch.
Ich würde dir, wenn du garnix zahlen willst, den LoopAzoid empfehlen. Da kannst du deine Drumsamples per Maus (aufwendig aber immerhin das beste) eingeben und dann im LoopaZoid Samples laden, die er dann abspielt. Die Samples gibts überall im Internet.
Ach ja, und von wegen eine komplette Band aufnehmen. Das würde ich vergessen, denn da bracuhst du wieder mal gutes Equipment und das ist wie man weiss, teuer. Ausserdem lässt die Klangqualität nach, weil man, wenn man auf Sparflamme aufnimmt, nicht das einzelne Instrument bearbeiten kann.
Nimm lieber Overdub auf, das ist das beste, und wenn sich einer verspielt, bracuhen nicht alle wieder das ganze Lied einspielen, sondern immer nur einer. Und da st dann ein Fehler nochmal verschmerzbarer wie wenn man jetz 100 000 mal den gleichen Fehler gespielt hat und die Band nach 8 Stunden aufnahme komplett fertig ist. Da lässt die Motivation einfach nach und es geht NIX mehr.
Nimm an besten nach folgendem Schema auf:
Nimm eine DEMO Kasette der Band, die du aufnehmen willst. Das sollte das beste Demotape sein, das die Band hat, das bracuht nämlich der Schlagzeuger, um nicht alles auswendig lernen zu müssen, so läufts stabiler. Die Kassette hört er sich während der Aufnahme über Kopfhörer an.
Dann geht´s folgenderweise weiter:
-Der Bass (der Bassist muss da das Lied auswendig kennen, da geht das nicht mehr per tape, weil man das Timing nicht mehr schafft)
- Das Keyboard (siehe Bass)
- Die Rythmusgitarre (siehe Bass)
- Die Lead Gitarre (siehe Bass)
- Der Lead Gesang (meistens ist der Sänger aufgeregt, aber da hilft ein Blatt mit dem Text wunder !!)
- eventuelle Backgroundsänger
(Bei bestimmten Soundeffekten, die eingeführt werden, das ganz zum Schluss, weil meisten passen die FX nicht mehr dazu.)
Dann kommt das Mastering. Regle erst die Lautstärke. Füge dann Effekte hinzu. Da sich durch effekte der Sound und die Laustärke ändern, regle das nochmal mit virtuellem Mischer und Equalizer.
Das ist ein sehr einfaches Mastering, geht aber einigermassen gut. Achte bitte darauf, wenn du etwas aufnimmst, dass der Eingangspegel relativ gering ist, am besten 0db (weiss, dass es fast unmöglich ist).
Exportiere dann die WAV und fertig. Song noch speichern und alles ist geritzt.
Alles paletti?
Bei weiteren Fragen, mail doch einfach,
Viele Gruesse,
Looper