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Re: Abmischen von Instrumenten


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Geschrieben von Georg Di Filippo (von: netcache2.netcologne.de) on November 16, 2000 at 03:02:23 (IP: 194.8.218.132)

Als Antwort auf : Abmischen von Instrumenten geschrieben von Ulli on November 14, 2000 at 15:59:19:

Hallo Ulli,

über dieses Thema kann man sicherlich sehr viel schreiben. Hier mal ein paar kleine Tipps in Stichworten:

Lead-Gesang klingt präsenter (mehr im Vordergrund), wenn man die Frequenzen so um ca. 3 - 4 kHz anhebt.
Bass kann eine Anhebung im unteren Mittenbereich schonmal ganz gut vertragen (so ca. bei 500 - 600 Hz), aber auch unten im Bassbereich (so ca. 60 - 100 Hz).
Die "Mulm"-Frequenzen sollte man möglichst etwas absenken (so bei 120 - 150 Hz).
Bei Background-Chören habe ich die Erfahrung gemacht, dass eine Anhebung bei ca. 7 - 10 kHz den Chor sehr "seidig" klingen lässt, also sehr brillant, ohne störend zu wirken.

Zu den Drums:
Die Bassdrum sollte einmal im Bassbereich (ca. 80 - 100 Hz) angehoben werden, und dann nochmal im Kickbereich (bei etwa 3500 Hz).
Wichtig: Bass und Bassdrum sollten frequenzmäßig immer nebeneinander, niemals übereinander gelegt werden (also z.B. Bass bei 70 Hz anheben, Bassdrum bei 100 Hz oder umgekehrt).
Snare: Am besten mit zwei Mikros abnehmen, eins oben, eins unten, so kann man nachträglich den Anteil des Snareteppichs (=Brillanz!) variieren.
Den Attack der Snare findest Du bei etwa 6 kHz (Durchsetzungsvermögen). Die Resonanzfrequenzen liegen meist bei ca. 300 - 500 Hz (raus damit!).
HiHat: Lo-Cut-Filter bedenkenlos bis ca. 300 Hz, Höhen (am besten Shelving-EQ ab ca. 8 - 10 kHz) kräftig anheben.
Toms: Resonanzfrequenzen dadurch herausfinden, daß Du einen parametrischen EQ auf höchste Güte (=Q-Faktor) und höchste Anhebung einstellst und dann mit dem Frequenzband durchsweepst; da wo es besonders unangenehm dröhnt, absenken.
Der Attackanteil der Toms liegt meist so bei 4 - 6 kHz.
Overheads: Höhen anheben ohne Ende, Bass-Cut bis ca. 300 Hz problemlos (es sei denn, du willst das gesamte Set und nicht nur die Becken übertragen).


Für alle anderen Instrumente gilt: Erlaubt ist, was gefällt...
Wichtige Regel: Sämtliche Instrumente sollten in jeweils unterschiedlichen Frequenzbereichen etwas angehoben werden, so daß jedes Instrument einen Frequenzbereich mehr oder weniger für sich alleine hat...

Wichtig ist auch, darauf zu achten, daß ein Instrument nicht in einem Frequenzbereich angehoben wird, in dem es kaum noch Schallanteile hat
(z. B. eine Posaune bei 15 kHz anzuheben würde irgendwie nichts bringen, sondern nur das Rauschen verstärken...)

Achja, noch ne Regel: Soviele Instrumente wie möglich schon beim aufnehmen komprimieren, beim abmischen dann nochmals.

Zum Hall fällt mir auch noch was ein:
Man kann unterschiedliche Raumpositionen der Instrumente dadurch einstellen, daß man das Pre-Delay anders einstellt.
Ein Beispiel: Steht ein Mensch direkt vor Dir in einem großen Raum und spricht, dann hörst Du den Direktschallanteil sehr viel früher, als die Reflektionen, die von den Wänden kommen.
Steht dieser Mensch nun sehr weit weg im Raum, ist der Zeitunterschied zwischen dem Eintreffen des Direktschallanteils und der Reflektionen wesentlich geringer.
Soll also ein Instrument im Mix nach vorne gebracht werden, stellt man ein größeres Pre-Delay ein als wenn das Instrument weiter hinten im Mix stehen soll.
(Zur Erläuterung: Pre-Delay ist die Zeit, die vergeht, bis nach dem Direktschall der erste Hallanteil eintrifft.)
Gute Werte variieren hier von 0-5 msec bei hinten stehenden Instrumenten bis hin zu 50 oder mehr msec bei vorne stehenden Instrumenten (oder Stimmen).
Im Schlagerbereich (die mit der elend langen Hallfahne...) werden teilweise Predelay-Zeiten von etwa 80 - 100 msec für den Leadsänger eingestellt...

So, nun viel Spaß beim Mixen.

Die allerwichtigste Regel zum Schluß: HÖREN, HÖREN, HÖREN !!!!

cu,
Georg :)

: Hallo !!

: Suche Unterlagen, Links, Hinweise, Tips und Tricks usw.
: über das Abmischen eines Songs.
: Wie wird z.B. der Gesang, der linear aufgenommen wurde so eingestellt, daß er im Song gut klinkt also
: Grundeinstellungen von den einzelnen Instrumenten EQ usw.



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